Flucht durch Geisterbahnhöfe

Bei unserem Ausflug zur Bernauer Straße haben wir uns auch die Ausstellung zur Geschichte des Nordbahnhofs angeschaut. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurden die Eingänge dieses und anderer S- und U-Bahnhöfe in Ost-Berlin zugeschüttet. Die Bewohner der DDR sollten sich nicht an das Leben vor dem Mauerbau erinnern oder etwa flüchten.

Doch so mancher Mensch konnte die Luft der Freiheit nicht vergessen. Viele nahmen die Strapazen einer Flucht auf sich. Durch U- und S-Bahnschächte kamen sie ins Innere der Bahnhöfe. Dort mussten sie noch an zwei oder mehr Wachen vorbei und möglicherweise auf fahrende Züge springen, was natürlich schwierig und gefährlich war.

Deshalb glückte vielen diese Flucht auch nicht. Diejenigen, die so eine gefährliche Flucht überlebten, trugen auch seelische oder körperliche Schäden davon.

Für mich sind diese Menschen Helden und ich glaube, sie werden nicht in Vergessenheit geraten.

Viktoria Meyer-Waldeck

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