Interview mit Wilfried Zoppa

Amerikaner in Berlin

Wir haben Wilfried Zoppa im Rahmen unseres Zeitzeugenprojektes zum Gespräch in der Schule getroffen.

Er wohnte in der Nachkriegszeit in einem Bereich, in dem Amerikaner in den Villen derer wohnten, die aus verschiedenen Gründen Berlin verlassen hatten. Als wir ihn fragten, wie die Beziehung zu den Amerikanern gewesen sei, sagte er uns, dass eine Beziehung in dem Sinne nicht bestand. Dort gab es zwar zahlreiche Berührungspunkte. Aber der Aufbau einer Beziehung wurde schon dadurch erschwert, dass die Amerikaner nach dem Krieg aufgrund des Krieges nicht gut auf die Deutschen zu sprechen waren und so häufig den Kontakt mieden.

Herr Zoppa erzählte uns, wie er als Kind die anderen amerikanischen Kinder sah, die im Gegensatz zu den deutschen Jugendlichen und Kindern Süßigkeiten, Spielzeuge und andere Dinge aus ihrer Heimat Amerika besaßen.

Herr Zoppa erzählte uns ebenfalls, wie die Amerikaner in jener Zeit die deutsche Jugendkultur prägten, denn deutsche Schauspieler und Musiker wurden von den amerikanischen Kollegen aus den Herzen der deutschen Jugend verdrängt.

Durch Rock probierten Jugendliche, wie so häufig, gegen ihre Eltern und andere Erwachsene zu rebellieren. „Poster von deutschen Schlagerstars wichen denen von Elvis Presley und Co.“,  erinnert sich mein Gesprächspartner.

Herr Zoppa erzählte mir auch, dass er sich, wie einige andere Kinder, das Taschengeld aufbesserte, indem er Amerikanern die Türen zu ihren Taxis aufhielt. Manchmal gaben sie ihm dafür eine Mark, berichtet er.

Das Gespräch mit Herrn Zoppa brachte mir den Einfluss der Amerikaner auf  unsere Kultur näher, der auch heute noch an zahlreichen Stellen zu bemerken ist.

Alexander Steppat

 

 

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